Immer noch Horror
vor dem „Sendeloch“

Radio Ostfriesland: „Um Gottes Willen“ seit fünf Jahren auf Sendung
CD einlegen, die nächste Frage an die Studiogäste überlegen, Regler bedienen, moderieren – beim Radio muss man Musik, Gäste und Technik zugleich im Blick haben muss. „Da kommt man schon ins Schwitzen“, sagt Pastor Burkhard Westphal (Collinghorst) – auch nach fünf Jahren noch. So lange nämlich gibt es die Sendung „Um Gottes Willen“ auf Radio Ostfriesland, immer freitags von 16 bis 17 Uhr. Im Wechsel mit Kollegen von der lutherischen und der reformierten Kirche sowie den Baptisten moderiert Westphal die Sendung.

Der pfiffige Titel stammt von Pastor Heinfried König (Aurich) und ist gewissermaßen Programm: „Um Gottes Willen“ ist kein theologisches Seminar, sondern behandelt kirchliche Themen, die jeden interessieren könnten. „Sommerleben an der Küste“ mit Blick auf die Urlauberpastoren beispielsweise, Konfirmation, Blaues Kreuz oder Weltgebetstag. Jüngst waren Gäste von Landvolkshochschule Potshausen zu Gast, die ihren 50. Geburtstag feiert, der die Landessynode aber die Zuschüsse gekürzt hat.

Diese Existenzsorgen kommen auch zur Sprache – „Um Gottes Willen“ ist kein braver Kirchen-Funk. „Ich verstehe mich als Sprachrohr der Hörer“ sagt Westphal. Obwohl: „Das Schwierigste ist, ein Thema sachlich darzustellen.“ Wie das geht, hat der 46-Jährige auf Radio-Seminaren gelernt. Zwischendurch Musik – Udo Lindenberg, französische Schlager oder englische Schnulzen, aber da hat jeder Moderator seinen eigenen Geschmack. Auch beim Aufbau der Sendungen gibt es Unterschiede, je nachdem, wer am Mikrofon sitzt.

Knapp 300 Mal ist „Um Gottes Willen“ inzwischen über den Äther gegangen, etwa 90 Sendungen hat Westphal moderiert. Ein bisschen Horror vor dem „Sendeloch“, wenn etwa die Musik nicht gleich anläuft, hat er aber immer noch. Radio Ostfriesland sendet auf den UKW-Frequenzen 94 (Aurich), 87.9 (Emden) und 103.9 (Leer). Kabel: 106.5 (Norden), 107.05 (Aurich, Emden, Leer), 100.15 (Wittmund).