„Die Gemeinde braucht einen sakralen Raum“

Von Jana Köhler

Collinghorst„Die Gemeinde braucht einen sakralen Raum, das Wort Gottes allein reicht nicht immer aus“, weiß Pastor Burkhard Westphal von der evangelisch-lutherischen Dreifaltigkeitsgemeinde Collinghorst. Das habe er gespürt, als der Weihnachtsgottesdienst aufgrund von Renovierungsarbeiten in der Kirche ausnahmsweise im Dörphus hatte veranstaltet werden müssen. Deutlich weniger Besucher als in den Jahren zuvor war die Folge.

Nach dreimonatigem Verzicht haben die Collinghorster ihr Gotteshaus jetzt wieder. Gestern räumten rund 15 Gemeindemitglieder ehrenamtlich das Kircheninventar wieder ein. „Die über 750 Jahre alte Dorfkirche war schon immer ein kleines Schmuckstück“, so Westphal stolz, „aber nun ist sie noch viel schöner.“

Mit weißen Wänden und tiefblauer Decke erstrahlt die Kirche nach ihrer Restauration nun in neuem Glanz. Zuvor waren nach Angaben von Burkhard Westphal die Wände neu verputzt worden. Zwei historische Briechen aus dem Jahr 1768, die einst im Altarbereich angebracht waren, bilden jetzt den Abschluss der Bankreihen. „So haben wir viel Platz gewinnen können“, erklärt Westphal. Zudem ist im Eingangsbereich ein kleiner Abstellraum entstanden, in dem Staubsauger und Stühle künftig Platz finden. Bislang waren sie hinter dem Altar untergebracht. „Ein unschöner Anblick“, erinnert sich der Geistliche an den Schandfleck.

Die Arbeiten, die unter der Aufsicht des Amtes für Bau- und Kunstpflege in Aurich verrichtet wurden, kosten laut Westphal rund 65 000 Euro. 35 000 Euro davon hat der Kirchenkreis Rhauderfehn übernommen. Der Rest werde aus Einzelspenden und Geldern der „Förderschaft Dreifaltigkeit“ bestritten. Allerdings fehlten noch 6 000 Euro für 22 neue Wandleuchten, wie es heißt.

Am kommenden Sonntag, 28. Januar, findet seit Erntedank (Anfang Oktober) wieder der erste Gottesdienst statt. Nach wie vor verzichten müssen die Gottesdienstbesucher allerdings auf ihre Rohlfs-Orgel aus dem Jahr 1838. Die „Königin der Instrumente“ wird nach umfangreicher Restauration voraussichtlich im Herbst, spätestens aber zu Weihnachten wieder aufspielen, verspricht Westphal. Die Generalüberholung koste weitere 56 000 Euro.

Bild: Siegfried Pruin hat den ältesten Kronleuchter der Kirche wieder aufgehängt.