Am Heiligen Abend kein Platz in der Herberge

Von Sebastian Bete

Collinghorst – Geht nicht, gibt´s nicht. Zumindest für Burkhard Westphal. Denn er hat Ideen und so leicht gibt er sich nicht geschlagen. Aber der Pastor in Collinghorst hat auch ein Problem. „In der Herberge ist kein Platz, so steht es bereits in der Weihnachtsgeschichte“, sagt er.
Und Westphal meint damit die Kirche in Collinghorst. Da sich die dortigen Renovierungsarbeiten verzögern, kann der Pastor der evangelisch-lutherischen Dreifaltigkeitsgemeinde seine Predigt am Heiligen Abend nicht in der Kirche halten. „Aber es werden so viele Leute kommen, dass wir im Gemeindehaus definitiv nicht genug Platz haben“, sagt der 47-Jährige.

Also hat er überlegt, bis er die Lösung fand: das Dörphus. „Erst hatte ich gedacht, ein Zelt aufstellen zu lassen, aber das muss dann auch geheizt werden und es entstehen zusätzliche Kosten“, sagt Westphal. Hingegen steht das Dörphus dem Pastor und seiner Gemeinde am Heiligen Abend völlig kostenfrei zur Verfügung.
„Wir werden einen Altar aufbauen, Kerzen und Kreuze mitbringen“, sagt er und ist von der Idee begeistert. Denn Westphal kehrt damit auch ein wenig zu den christlichen Wurzeln zurück. „Das Dörphus ist ein altes Stallgebäude und Jesus wurde in einem Stall geboren“, sagt er und lächelt. „Uns fehlen dann am Heiligen Abend nur noch ein Ochse und ein Esel.“

Zwar weiß der Pastor, dass das Dörphus samt Theke mit Zapfhahn vielleicht einige Bürger abschrecken wird. Aber er sagt auch: „Wir bekommen hier ganz einfach mehr als 250 Leute rein. Einige aus der Gemeinde werden jedoch vermutlich nach Burlage oder Westrhauderfehn fahren, um in einer richtigen Kirche den Abend zu feiern.“
Auch Collinghorsts Ortsbürgermeister Heinz Burlager hat sich mit der Idee, den Heiligen Abend im Dörphus zu begehen, angefreundet. „Das Dörphus ist wirklich keine Kirche und es wird auch nie eine Kirche werden, aber es erfüllt den Zweck“, betont er.
Um 15, 17 und 23 Uhr predigt Pastor Westphal jetzt am 24. Dezember im Dorfgemeinschaftshaus. Und er wiederholt sich gerne: „Es war kein Platz in der Herberge.“

Bild: Pastor Burkhard Westphal wird am 24. Dezember nicht in der Kirche, sondern im Collinghorster Dörphus die Tür öffnen und die Gemeinde zum Gottesdienst einladen.