Luther-Zitat sorgt für reichlich Unmut

Von Jana Köhler

DISKUSSION. Collinghorster Pastor muss sich wegen eines lockeren Spruchs im GA Kritik gefallen lassen. Ein erbostes Gemeindemitglied hat in einem Brief an die Landessuperintendentin seinem Ärger Luft gemacht. Sie sieht von Konsequenzen jedoch ab.

Collinghorst/Aurich. Eigentlich war es nur als flapsiger Kommentar gemeint. Mit dem Ausspruch „Viele Pastoren sind wie ein stinkender Misthaufen. Aber gut verteilt auf dem Land bringen sie viel Frucht“ („Zitat des Tages“ im GA vom 26. Januar) hatte Burkhard Westphal nur auf heitere Weise veranschaulichen wollen, weshalb er dem Rotary-Club Overledingen-Rhauderfehn beigetreten ist. Für ihn sei es reizvoll, nicht nur unter Pastoren zu sein. So gebe ihm der Rotary-Club unter anderem die Möglichkeit, auch andere Berufssparten kennenzulernen, hatte Westphal erklärt.

Das Zitat stammt indes noch nicht einmal vom Pastor der evangelisch-lutherischen Dreifaltigkeitsgemeinde Collinghorst selbst. Mit seinen Worten zitierte Westphal frei nach Martin Luther. Der große Reformator (1483-1546) ist nicht nur in Kirchenkreisen für seine mitunter derb-kernige Wortwahl bekannt.

Da es der GA jedoch versäumt hatte, den eigentlichen Quellennachweis des Zitats anzubringen, steht dem Pastor jetzt Ärger ins Haus. Ein aufgebrachtes Gemeindemitglied hatte in einem Brief an die Landessuperintendentin Oda-Gebbine Holze-Stäblein in Aurich seinem Unmut Luft gemacht. Pastor Westphal verunglimpfe die Pastoren der Region, heiße es in dem Schreiben, wie Holze-Stäblein auf GA-Anfrage mitteilte. Dass diese Nachricht bis zu ihr gelangt sei, verdeutliche das Ausmaß des Ärgers in der Kirchengemeinde.

„Allerdings ist es für mich undenkbar, aufgrund eines verunglückten Zitats in der Tageszeitung Konsequenzen gegen Pastor Westphal zu ziehen“, unterstrich die Superintendentin. Dazu gebe es keinerlei Veranlassung, betonte sie weiter.

Auch ein reformierter Pastorenkollege hatte sich ob der Veröffentlichung empört und sich in einem Brief an Westphal gewandt. Dabei hätte er das Zitat eigentlich kennen müssen, kommentiert der Collinghorster Geistliche die Vorwürfe.